Montag, 26. Mai 2014

[Rezension] Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne







Klappentext:

Die Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.


Zum Inhalt will ich auch an dieser Stelle gar nicht mehr sagen, weil ich finde, dass der Klappentext recht hat...
Ich denke, die meisten von euch wissen sowieso schon, worum es geht. Und ich glaube, man kann es auch ein bisschen aus der Rezension ableiten.


Meine Meinung:

 Am Anfang will ich sagen, dass ich mir nicht sicher war, ob diese Geschichte nach einer wahren Begebenheit geschrieben wurde. Zum Glück ist das nicht der Fall. 

Das Ganze spielt zu Hitlers Zeiten und das Buch ist wirklich nichts für Neunjährige. Ich selbst bin ein Mensch, der diesem Thema einfach nur fassungslos gegenübersteht. Mir ist unbegreiflich, wie Menschen so etwas wie damals tun konnten.

Aber jetzt zurück zum Buch...

Die Geschichte von den beiden Jungen, die eigentlich aus zwei völlig verschiedenen Welten stammen, hat mich zutiefst berührt. Das liegt auch daran, dass die ganze Geschichte aus den Augen des 9 Jahre alten Brunos passiert.Es gibt viele Dinge, die er nicht versteht. Zum Beispiel denkt er bis zum Ende, dass es Aus-Wisch heißt. (Richtig wäre natürlich Auschwitz). Er versteht auch nicht, wieso da ein Zaun ist, hinter dem alle 'gestreifte Pyjamas' tragen. Bruno hat keine Ahnung, was sein Vater eigentlich macht und wieso er nicht zu den Kindern auf dem 'Bauernhof' gehen darf. 

Allerdings gab es auch Stellen, an denen er mich genervt hat. Ungefähr in der Mitte des Buches lernt er Schmuel kennen. Er ist ein kleiner Junge, ein Jude, der auf der anderen Seite des Zauns lebt. 
Die beiden werden Freunde und Bruno bringt immer Essen mit, wenn sie sich am Zaun treffen. 
Nur bekommt er dann anscheinend immer Heißhungerattacken und isst die Hälfte von dem ganzen Essen selbst auf. Den Rest bekommt dann der ohnehin schon magere Schmuel. 
Oder Schmuel erzählt, dass er einmal zusammen mit zehn anderen Menschen in einem kleinen Zimmer leben musste. Kurze Zeit später erzählt Bruno, dass er sein Haus so klein findet, weil es 'nur' drei Stockwerke hat. 

Auf der anderen Seite (passender Ausdruck) haben wir dann den treuen, vertrauensvollen und hilflosen Schmuel, der sofort mein Herz erobert hat. Er selbst versteht auch nicht, warum er eigentlich in diesem Lager ist. Zusammen mit Bruno schmiedet er Pläne, was er alles machen will, wenn er mal raus darf. Das hat mich so berührt, dass ich an einigen Stellen richtig traurig geworden bin. 

Dann bleibt nur noch das Ende. Und das fand ich wirklich hart. Ich hab die letzte Seite umgeblättert, das Buch zugeschlagen und bin dann für ein paar Minuten einfach nur dagesessen. 
Und genauso ging es mir auch, als ich vor einiger Zeit den Film gesehen hab. Man wartet auf das Happy End, darauf, dass alles gerettet wird ... aber da kommt nichts! Der Abspann beginnt und man kann es einfach nicht fassen!

Okay, ich beruhige mich mal wieder...
Denn es gibt noch eine Sache, die ich faszinierend finde und loswerden möchte. 
In diesem ganzen Buch wird nie das Wort KZ oder der volle Name Auschwitz verwendet. Außerdem wird nur einmal der Name Hitler erwähnt. 
Ich weiß nicht, aber irgendwie ist das genauso, wie es ein unwissendes Kind machen würde...

Alles in Allem ist 'Der Junge im gestreiften Pyjama' eine Geschichte, die das Herz berührt und die man so schnell nicht wieder vergisst.


Bewertung: 

 

Zusätzliche Infos:

Verlag: Fischer KJB
Seitenanzahl: 266
Taschenbuch-Preis: 7,95 €
Reihe: /





Kommentare:

  1. Ich war bei diesem Buch genauso fassungslos, aber den Film fand ich persönlich nicht so gut. Geweint habe ich trotzdem :(
    Darf ich fragen was zum fünften Stern gefehlt hat?
    LG S

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, ich bin einfach mit Bruno nicht so klargekommen. Ja okay, er ist noch klein und weiß viele Dinge nicht, aber ihm müsste doch eigentlich klar sein, dass Schmuel fast nichts zu essen bekommt. Und nur weil er dann mal eben eine Heißhungerattacke bekommt, isst er fast das ganze Essen auf, das er ihm eigentlich mitbringen wollte.
      Eigentlich müsste ich ja viereinhalb Sterne geben, aber ich mache keine halben Sterne. Deswegen die vier.

      LG, Nina

      Löschen
  2. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst es dir HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

    AntwortenLöschen